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«Eiger»-Autoren Krohn und Müller.© ZVG / Hanzheng Yen
Stadttheater Biel

Gegen die Schwerkraft

Barbara-David Brüesch inszeniert für das Theater Biel Solothurn die Oper «Eiger» nach einem Libretto von Tim Krohn. Die filmreife Musik stammt von Fabian Müller.

Der Eiger galt als unbezwingbar und hatte bereits zahlreiche Todesopfer gefordert, als es 1936 schliesslich einer Gruppe von vier Bergsteigern gelang, die Eigernordwand zu bezwingen. Einer davon war der Österreicher Heinrich Harrer. Der 1964 in Zürich geborene Komponist Fabian Müller hat sich bei seiner Oper «Eiger» von den Aufzeichnungen des Erstbesteigers Harrer inspirieren lassen, der Autor Tim Krohn hat das Libretto dazu geschrieben. Die übermächtige Natur habe darin etwas so Mephistophelisches wie Hexenhaftes, schreibt Tim Krohn über sein Stück «Eiger». Die Bergwelt präsentiere sich gegenüber den vier Protagonisten in ihrer ganzen Schönheit und Wildheit. Nun wird die Oper beim Theater Orchester Biel Solothurn uraufgeführt. Regie führt Barbara-David Brüesch, die bereits zuvor für das Theaterhaus inszeniert hat. Wie eigentlich fast alle Bündner*innen habe auch sie eine enge Beziehung zu den Bergen, so die 1975 in Chur geborene Regisseurin. Viele in ihrer Familie seien Kletterer. «Mir selbst reicht es allerdings zu wandern», so Brüesch. Die waghalsige Kletterei überlässt sie den draufgängerischen Helden in der Oper. Brüesch verspricht eine «hochdramatische Geschichte», die immer wieder eine Steigerung erfahre. Die Musik von Fabian Müller sei fast filmmusikmässig, schön und tragend, aber auch eingängig.

Der Komponist Fabian Müller hat die Oper angeblich in einem Chalet in Grindelwald komponiert und sagt dazu in einer Einführung zum Stück: «Der Eiger hat mir beim Notenschreiben gewissermassen über die Schulter geschaut.» Seine Musik sei vom Kampf mit der Schwerkraft inspiriert.

An der Felswand

Für die Oper, die an einer Felswand spielt, hat sich Regisseurin Brüesch eng an Tim Krohns Libretto gehalten. Nur eine nonverbale, szenische Erzählebene habe sie sich erlaubt einzuführen. Dass die Geschichte in den Dreissigerjahren spiele, erkenne man an den Kostümen und der Bühne. Doch erzählt wird aus heutiger Perspektive, wodurch sich die Zeitebenen überschneiden. «Unser Konzept spielt stark damit, dass verschiedene Welten ineinandergreifen.» Ob die grössenwahnsinnigen Bergsteiger am Ende wieder gesund und wohlbehalten nach Hause finden?

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