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Sitzend: Choreografin Antje Pfundtner.© Simone Scardovelli
Dampfzentrale Bern

Die Tänzerin im Hochsitz

Das diesjährige «Tanz in Bern» versammelt unter dem Motto «Dear Darkness» das internationale Tanzschaffen in der Dampfzentrale – mit dabei ist die Hamburger Tänzerin und Choreografin Antje Pfundtner. Weshalb eigentlich sitzen? Weshalb nicht stehen oder rennen, vielleicht sogar hüpfen oder tanzen? Im Stück «Sitzen ist eine gute Idee» setzt sich die deutsche Kompanie Antje Pfundtner in Gesellschaft mit Fragen rund um das Sitzen, Aufstehen – und um Melancholie und Vergänglichkeit auseinander.

Die Tanzperformance der Choreografin Antje Pfundtner ist nach «Anfang» und «Ende» der letzte Teil einer Trilogie, welche die menschlichen Beweggründe, etwas zu beginnen oder zu beenden, behandelt. Pfundtners Leitfigur ist Melancholia, eine engelsgleiche Gestalt in einem Gemälde von Albrecht Dürer, die, den Kopf in die Hand gestützt, ins Leere schaut - für Pfundtner ein «produktives Innehalten», das sie in ihren Stücken ergründet.

Vom Aufstehen

«Ich stehe auf und gehe durch den Raum, weil das hier sonst keiner macht,» ruft Antje Pfundtner von ihrem Hochsitz ins Publikum. Oder: «Ich erinnere mich an nichts, wo ich sagen würde, dafür stehe ich jetzt nicht auf.» Sie ruft, tanzt und fragt erneut, diesmal nachdenklich: «Gibt es Melancholie noch im Zustand des Stehens? Oder ist es eher ein Moment des Sitzens? Und des Innehaltens?» Szene für Szene entführt sie die Zuschauenden langsam in einen hintersinnigen Strudel aus Fragen, Konfrontation, Brüchen und natürlich Tanz. Es ist eine intensive Zeit, die sie gemeinsam mit dem Publikum verbringt, in welcher sie über den Boden robbt, aufbegehrt, nachdenkt, hüpft, Klavier spielt, über den Duft von Liebstöckel sinniert, Wasser vom Boden schlürft, Stühle verschiebt, Quatsch macht oder zum kollektiven Weinen auffordert.

Glitzer und Dunkelheit

Neben der Kompanie Antje Pfundtner in Gesellschaft stehen am Tanzfestival «Tanz in Bern» weitere internationale Gäste auf dem Programm: Eröffnet wird die diesjährige Ausgabe von der schottischen Tänzerin Claire Cunningham mit dem Stück «Thank You Very Much», das in die Glitzerwelt von Popstar-Doubles eintaucht und Fragen über Akzeptanz und Normalität stellt. Zu Gast ist auch das belgische Künster*innenkollektiv Peeping Tom, das in «Diptych: The missing door, The lost room» Figuren in einer verstörenden, dunklen und in sich geschlossenen Welt auf der Bühne treiben lässt.

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