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Als Duett zu sehen an der Tour de Lorraine: «Drzwüsche», ein Tanzstück zum Thema Ringen um Identität von Anna Cheidza Spörri.© ZVG

Dekolonialisiert euch!

Rassismus, Privilegien und andere koloniale Altlasten: Die Tour de Lorraine geht
 unter dem Titel «Tour décolonial: Köpfe und Herzen dekolonisieren» mit Tanz, Film und 
Diskussionen gegen den hartnäckigen Kolonialismus im Alltag vor.

Der Postkolonialismus entlarvt das bis heute andauernde Weiterbestehen kolonialer Strukturen. An der diesjährigen Tour de Lorraine (TdL) geht es genau darum, diese zu benennen – und zu durchbrechen. «Die Black-LivesMatter-Bewegung, die auch in der Schweiz angekommen ist, hat uns inspiriert, den Kolonialismus im per­sönlichen und politischen Alltag aufzugreifen», sagt Halua Pinto de Magalhães vom TdL-Kollektiv. Das Programm findet dieses Jahr in hybrider Form live und teils gestreamt statt. In diversen Workshops, Diskussionen, Filmvorführungen, Performances oder einer Schnitzeljadg werden die Besurcherinnen und Besucher mit ihrem eigenen Platz in der Gesellschaft und ihrem unbewussten Denken und Handeln konfrontiert. 

Über Privilegien nachdenken

«Wir wollen dazu anregen, über Privilegien nachzudenken sowie darüber, wie Kolonialismus noch heute in unserem Leben verwurzelt ist.» Für diese kleinen Akte des Widerstandes benötige es eine neue gemeinsame Sprache, die die koloniale Realität irritiere und eine dekoloniale Welt forme.

Zwischen Kulturen

In der Performance «Drzwüsche», von Anna Chiedza Spörri und Sophie Gerber getanzt, steht das Ringen nach einer Identität im Zen­trum: «Als Mensch mit einem afrikanischen und einem schweizerischen Elternteil wächst man in verschiedenen Machtdimensionen auf, mit einem immer noch kolonialen Bild von Afrika, welches man selbst oder mit den Eltern aufarbeitet», sagt Spörri. In der Choreografie, die 2019 am Studierendenfestival Bestival Premiere hatte, die sie mit Muhammed Kaltuk choreografierte und die nun in einer Duett-Form aufgeführt wird, verflechten sich persönliche Erfahrungen zu einer Fusion von zeitgenössischem Tanz und Hip-Hop, getanzt zu abstrakten Beats.

Geöffneter Dialog

Zur Diskussion zum Thema koloniale Kontinuitäten laden die aus Eritrea stammende Tzegha Kibrom und Nicole Amoussou aus Benin ein. Die beiden beraten unter anderem Nichtregierungsorganisationen in Bereichen wie Diskriminierung oder Rassismus. Unter dem Titel «Dekolonisierung von Herz und Kopf» können sich alle austauschen, wie Kibrom sagt: «Wir werden uns zuerst in einem Dialog über unsere persönlichen Erfahrungen mit Rassismus austauschen – und dann das Publikum einladen, mitzureden, zu teilen und Fragen zu stellen.»

Für alle Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich.
www.tourdelorraine.ch

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