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Ein Mann wie ein Pflock? In «Absent Bodies» werden männliche Privliegien hinterfragt.© Peter van Heesen
Dampfzentrale, Bern

Blick aus dem Off

In der Performance «Absent Bodies» von Chris Leuenberger und Fatin Abbas wird der männliche weisse Körper in der Dampfzentrale ausgestellt – und kritisch inspiziert.

Ein Teppich bedeckt die Bühne, 
Stative und Lampen leuchten sie aus, in der Mitte erhebt sich ein Holzstrunk. In dieser Szenerie bewegt sich ein weisser, männlicher Körper meditativ, Atem ist zu hören. Aus dem Off erklingt eine weibliche Stimme, nimmt Kontakt zum Mann auf, hinterfragt und kritisiert ihn. Später betritt eine Woman of Color die Bühne, spricht weiter zum stummen Mann, nimmt ihm gegenüber eine Machtposition ein. So beginnt die Performance «Absent Bodies».

Privilegien hinterfragen

Der Berner Tanzschaffende Chris Leuenberger hat «Absent Bodies» gemeinsam mit der aus dem Sudan stammenden und in den USA aufgewachsenen Autorin Fatin Abbas erarbeitet. Ihre Stimme und ihr Text sind es, die während der Performance zu hören sind. Ihm selbst, als weissem Mann, gehe es um Selbsthinterfragung, sagt Choreograf Chris Leuenberger. Als er in Indien arbeitete, sei ihm bewusst geworden, dass er seine Privilegien hinterfragen müsse. «Mir wurde klar, dass ich als weisser Mann nie angehalten und kontrolliert wurde, zuvor habe ich das nie reflektiert. Genauso wenig wie die Tatsache, dass ich das tun kann, was ich will», sagt Leuenberger.

Wenn nun der Tänzer Matthew 
Rogers wie ausgestellt von der indischen Transfrau Living Smile Vidya auf der Bühne inspiziert wird, wird sichtbar, wie Körper stets eingeordnet werden. Neben einer metallisch-industriellen, knisternden Geräuschkulisse von Thomas Jeker umrahmt, thematisch passend, Nina Simones Version von «Ain’t Got No, I Got Life» die Performance.

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