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Das letzte Dessert ist bitter. © ZVG
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Abschiedsdinner mit Abstand

Pia Abplanalp lebt in Merligen, arbeitet als Lehrerin in Uetendorf – und erfüllt sich einen Traum. Gemeinsam mit Regisseur Alex Truffer zeigen die Laiendarstellerin und ihr Cooltur-Team «Das Abschiedsdinner». Livia Anne Richard hat die französische Kultkomödie ins Berndeutsche übersetzt.
Wer soll einem die eigenen Herzenswünsche besser erfüllen als man sich selbst?! Dies muss sich die erfahrene Laiendarstellerin Pia Abplanalp gesagt haben, als sie beschloss, den Regisseur Alex Truffer zu fragen, ob er die französische Komödie «Das Abschiedsdinner» mit ihr und ihren beiden Mitdarstellern Thomas Brändli und Stefan Christen einstudieren würde. Truffer bejahte und Livia Anne Richard (Autorin, Theaterregisseurin Theater Gurten) adaptierte das bekannte Stück ins Berndeutsche.
Die Lehrerin Pia Abplanalp indes kümmert sich mit einigen freiwilligen Helferinnen und Helfern um alles andere: Produktionsleitung, Werbung, Kostüme, Bühnenbild.

Aus Traum wird Leben

«Ich habe drei Jahre davon geträumt, dieses Stück umzusetzen», sagt die versierte Laiendarstellerin, die seit der Kindergartenzeit Theater spielt. Um nur einige zu nennen: im Theater am Käfigturm in Bern, in der «Alten Oele» in Thun, auf dem Ballenberg, auf der Thuner Seebühne, in den Beatushöhlen, im «Kleinen Theater» in Merligen, wo Abplanalp lebt. Zudem war sie im «Fata Morgana»-Team im Rahmen der Live-Krimis anlässlich der «Mystery Weekends» in Sumiswald. «Die Idee hatte also Zeit zu reifen.» Es sind einige Personen involviert, das finanzielle Risiko aber trägt Abplanalp allein. «Kurz vor der Krise waren wir bereit zu starten. Dann kam Corona und brachte alles durcheinander …»

67 Seiten zum Regeln Einhalten

Doch nun sind Abplanalp und ihre Crew in den Startlöchern. Zurzeit wird voller Elan und Vorfreude geprobt. Wie aber probt man, wenn auf der Bühne die Abstandsregeln eingehalten werden müssen und nicht laut gesprochen werden darf? «Ja, das ist nicht einfach. Wir haben vom Bundesamt für Kultur (BAK) ein 67-seitiges Dokument erhalten. Wir dürfen auf der Bühne nicht laut lachen und sprechen, nicht schreien, nicht singen, keinen Körperkontakt haben ...» Eine Challenge – je nach Stück, das einstudiert wird. Das Team probe nun halt dreimal die Woche statt zweimal. «Zudem dürfen wir zum Beispiel nicht aus derselben Schüssel essen, während der Proben keinen Apéro veranstalten, müssen eine grössere Garderobe haben.» Und: «Auf der Bühne muss ein Dreiersofa statt eines Zweiplätzers stehen. Damit wir nicht zu dicht beieinandersitzen.»

Es sei schon eine Herausforderung. Aber auch spannend und lustig. Die Frage laute: «Wie setzen wir dies um?» So gebe es zum Beispiel eine Szene, in der jemand am Ersticken sei und reanimiert werden müsse. «Wie aber soll reanimiert werden, ohne jemanden zu berühren?» Natürlich habe das Team eine Lösung gefunden. «Zudem legen wir Wert darauf, dass in den Zuschauerrängen der nötige Abstand eingehalten werden kann.» Und noch zwei Regeln des BAK: «Wir dürfen auf der Bühne natürlich auch nicht küssen. Und nicht fluchen. Und wenn, dann nur leise.»

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