mitgliederwerden grey iconMitglied werden
Archiv
Aus der Mode gekommen: Fleisch.© Bell Food Group AG
Schweizerische Nationalbibliothek

Vom Ende der Wurst

Auf dem Grill wird die Cervelat zunehmend vom Grillkäse verdrängt und Fleisch wird immer mehr zum Politikum. Die Nationalbibliothek geht in ihrer Ausstellung «Fleisch» der Lust darauf und der Kontroverse darum nach.

Veranstaltungsdaten

DO 04.03.2021 - MI 30.06.2021

Der Fleischkonsum der Schweiz hat sich in den letzen 150 Jahren stark gewandelt. «Gesellschaftliche Themen wie der zunehmende Tierschutz­aktivismus und die aktuellen Klimadiskussionen beeinflussen die Meinung der Öffentlichkeit zu Fleisch und Fleischkonsum und verstärken den Trend zu einer Ernährung mit weniger oder ganz ohne Fleisch.» Das schreibt der Branchenverband Proviande in seinem Jahresbericht 2019. Fleischlose Ernährung, ob teilweise oder komplett, scheint ein weitverbreitetes Thema zu sein, findet auch Hannes Mangold, Kurator von «Fleisch – Eine Ausstellung zum Innenleben» in der Schweizerischen Nationalbibliothek. Die Ausstellung rund um das Thema Fleisch und den Verzicht darauf zeigt verschiedene Perspektiven zum kontroversen Stoff, von dem Schweizerinnen und Schweizer im Jahr 2019 durchschnittlich 47,8 Kilogramm vertilgten.

Müesli statt Wurst

Bereits um 1900 wurden kritische Stimmen zum Fleischkonsum laut, etwa im Rahmen der Lebensreform­bewegung um Max Bircher­-Benner und seine
damals neue Ernährungslehre. Bircher-Benner pries rohes Gemüse und Früchte als gesund an und antwortete damit auf die Industrialisierung, die Fleischkonsum als das höchste Gut der Gesundheit anpries. Zu sehen ist in der Schau das Originalrezept des Birchermüeslis sowie zwei Werbeplakate aus den 30er-Jahren vom ersten vegetarischen Restaurant der Schweiz, Hiltl.

Metzger und Veganerin

In den Bereichen «Verzichten», «Präsentieren», «Essen», «Wursten» und «Schlachten» werden neben Bildmaterial auch Interviews mit einer Veganerin oder einem Metzgermeister präsentiert. Daneben ist auch der Film «Resurrection» aus dem Jahr 1968 des Eat-Art-Künstlers Daniel Spoerri zu sehen. Zudem gewährt die Ausstellung Einblicke ins Archiv des Autors und gelernten Metzgers Beat Sterchi und seines blutigen Romans «Bloesch».

Events zu diesem Artikel


Anmeldung Newsletter

Wetter in Bern

laden