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Galerie da Mihi, Bern

«Jetzt wollen wir unsere Künstler*innen feiern!»

Die Galerie da Mihi lädt zum 11-jährigen Jubiläum. Die Galeristin Barbara Marbot erzählt von den Anfängen und weshalb sie es in Kauf nimmt, in der Geburtstagsausstellung die Künstler*innen auch ein bisschen zu beleidigen.

Barbara Marbot, Ihre Jubiläumsausstellung eröffnet dieser Tage. Sie waren letzte Woche schon fertig vorbereitet. Ist das immer so?
Nein, ganz sicher nicht. Aber wir haben bereits am vergangenen Wochenende mit den teilnehmenden Künstler*innen gefeiert und da musste alles fertig sein.

Sie feiern Ihr 11-jähriges Bestehen, während andere vom Galeriensterben erfasst werden. Was ist Ihr Erfolgsrezept?
Wahrscheinlich, dass wir mehrmals gescheitert sind! Als ich und mein Partner und Mann Hans Ryser 2011 mit einer Online-Galerie starteten, mussten wir feststellen, dass die Leute noch nicht dafür bereit waren. Auch eine aufwendige Ausstellung am Galerienwochenende im Konzeptstore am Bubenbergplatz war finanziell ein Misserfolg. Es kamen zwar unzählige Leute, verkauft haben wir aber gar nichts. Da mussten wir über die Bücher. Ein Erfolgsfaktor war die Übernahme des Kunstkellers, in dem wir heute noch sind.

Ein Ort an bester Lage, der bereits bekannt war und ein Publikum hatte. Stolpern manchmal auch Laubengänger*innen rein?
Das passiert tatsächlich ab und an. Ich kann dann auch mal mein Englisch oder Französisch auspacken. Es ist immer jemand von uns da, der Gäste rumführen kann.

Während der Pandemie mussten auch Sie Ihre Türen schliessen. Sie haben auf Virtual-Reality-Rundgänge gesetzt. Wird das weiterhin Teil ihres Konzepts sein?
Digitale Projekte werden wohl nachhaltig eine Rolle bei uns spielen. Man kann nicht ignorieren, dass sich Künstler*innen so ausdrücken wollen. Ich will mich überraschen lassen, mit was diese auf mich zukommen.

Sie sind auch Präsidentin des Vereins Berner Galerien und plädieren für eine Kooperation unter den Berner Galerien. Wie steht es um diese?
Wir sind auf einem guten Weg, zusammen die Vielseitigkeit des Kulturangebots zu zeigen. Das Wichtigste ist natürlich das Berner Galerienwochenende, das jeweils im Januar stattfindet und bei dem viele Räume ihre Türen öffnen. Auch das Jahr hindurch versuchen wir, gegenseitig unsere Ausstellungen zu besuchen, aber das ist schon schwieriger. Ich würde gerne noch mehr Projekte mit anderen Galerien zusammen machen, aber meine Ressourcen sind knapp bemessen.

Ihre Ausstellung zeigt Werke von 32 Künstler*innen – eine breite Palette an Kunst.
Das stimmt. Wir werden den einzelnen Künstler*innen zugegebenermassen auch nicht gerecht. Ich muss auch damit rechnen, eine*n zu beleidigen, wenn nur ein Werk ausgestellt ist. Eine solche Accrochage machen wir normalerweise nicht. Aber jetzt wollen wir unsere Künstler*innen feiern. Mit vielen werfen wir einen Blick zurück, mit anderen schauen wir in die Zukunft. Beispielsweise mit dem jungen Tessiner Maler Marco Scorti, mit dem wir demnächst eine Ausstellung planen. Uns faszinieren seine anonymen Räume des Alltags, die dank seiner technischen Meisterschaft zu Schauplätzen geheimnisvoller, schwebender Erzählungen werden.

Wie sehen Sie die Galerie da Mihi in elf Jahren?
Ich hoffe, wir werden weiterhin in unserer Nische den Zeitgeist aufnehmen. Zurück zum Anfang einer Online-Galerie wollen wir nicht. Dafür ist uns der persönliche Kontakt zu Künstler*innen und Besucher*innen zu wichtig. Die klassische kleine Galerie eben. Die können wir uns heute nicht mehr wegdenken.

Barbara Marbot und Hans Ryser: ©Tiziana De Silvestro
«Guerillagirls auf dem Lande»: ©Pat Noser

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