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Kein Wohnprojekt, aber der Infopavillon zur Ausstellung im Innenhof des BEGH. © ZVG
Berner Generationenhaus

Ich wohne, also bin ich

Die Ausstellung «Wie wollen wir wohnen?» im Berner Generationenhaus feiert das 101-jährige Bestehen des Regionalverbandes WBG Bern-Solothurn mit zahlreichen Events.

Veranstaltungsdaten

MO 18.10.2021 07.30

Auf die Wirtschaftskrise folgt die Wohnungsnot. So sei es nach den beiden Weltkriegen gewesen, erklärt der Architekt Jürg Sollberger, der seit
 15 Jahren den Regionalverband WBG Bern-Solothurn präsidiert. Im Zuge dieser Wohnungsknappheit seien Genossenschaften entstanden, die den Mitgliedern günstigen Wohnraum ermöglichten. Aus Anlass des 101-JahrJubiläums präsentiert sich der Verband mit der Ausstellung «Wie wollen wir wohnen?» in den Städten Bern, Biel und Thun. In Bern wird im Hof des Generationenhaus ein Pavillon aufgestellt, der über das gemeinnützige Wohnen informiert. Ausserdem sind Führungen, Diskussionen und Filmvorführungen geplant.

 

«Gemeinnützige Wohnbauträger waren immer am Puls der Zeit und bildeten aktuelle Wohnvorstellungen ab», führt Sollberger aus. In den 20er-Jahren entstanden Gartenstadtsiedlungen, in den 50er-Jahren dreistöckige, verputzte Wohnhäuser und in den 60er-Jahren seien Gross-Siedlungen wie z.B. das Tscharnergut entstanden. «In den 80er-Jahren suchten viele nach neuen Wohnformen», ein Beispiel sei etwa der Q-Hof in der Lorraine. «Die Wohngemeinschaften hatten damals noch einen zweifelhaften Ruf. So haben sich die Leute selbst organisiert, um ihr Zusammenleben zu gestalten.»

Rote Städte, Mitspracherechte

Der Vorteil der Genossenschaft liege neben dem guten nachbarschaftlichen Zusammenleben vor allem im Mitspracherecht der Mieter*innen und den bis zu 20 Prozent unter den üblichen Marktpreisen liegenden Mieten, erklärt Sollberger. «Dafür wird von den Mitgliedern verlangt, Eigenkapital 
einzubringen.» Eine andere Organisa­tionsform sei etwa die der gemeinnützigen Bauträger; wie in der Tschar­­nergut-Siedlung.

In der Stadt Bern sind rund 10 
Prozent der Wohnungen Genossenschaftswohnungen, im Kanton Bern nur 4,5 Prozent. Tendenziell sei der Anteil in Städten höher. «Das hat mit der zugespitzten Wohnraumsituation und auch der Tradition der roten Städte zu tun.» Die Anerkennung des gemeinnützigen Wohnungsbaus habe zugenommen. «Die Stadt Bern bietet den Genossenschaften gezielt Land für Wohnungsbau an.» Ein rein linkes Thema? Nicht unbedingt, relativiert Sollberger. In Luzern etwa habe die Unterstützung durch Liberale eine lange Tradition, da die selbstständige Tragbarkeit der Wohnkosten ein ur­liberales Anliegen sei.

Segregation ist ungesund

Mit den Jubiläumsfeierlichkeiten und Aktionen wolle man nun die Bedeutung des gemeinnützigen Wohnens aufzeigen. «Alle, die in der Stadt arbeiten, sollten auch da wohnen können», ist Sollberger überzeugt. Eine Segregation sei gesellschaftlich nicht gesund, eine Durchmischung fördere hingegen das gegenseitige Verständnis. In Bern sei man sich dessen
 bewusst, was etwa die Zustimmung der Bevölkerung zur Planung Viererfeld zeige, wo man zu 50 Prozent Genossenschaftswohnungen realisieren wer­de. In absoluten Zahlen entspricht das 600 Wohnungen.

An der Eröffnung wird der SP­ Gemeinderat Michael Aebersold, der seit 2017 der Berner Stadtregierung angehört, über die städtische Wohnraumpolitik referieren.

Events zu diesem Artikel

Ausstellungen

Wie wollen wir wohnen?

Was bieten Wohnbaugenossenschaften? Wofür setzen sie sich ein? Welche Innovationen treiben sie voran? Erfahren Sie mehr an der Ausstellung zum Jubiläum von Wohnbaugenossenschaften Bern-Solothurn  Berner GenerationenHaus, Bern 18.10.2021, 07.30

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