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Areal Schlossgut, Münsingen

Den Zufall ins Bild setzen

An der Photo Münsingen dreht sich alles um die Fotografie und deren Vielseitigkeit. Im Schlossgut sind verschiedenste Ausstellungen zu sehen, unter anderem zur Sportfotografie.

Beim Blick auf das Programm der diesjährigen Photo Münsingen fällt als erstes der Umfangreichtum auf. Nach zweijährigem Verzicht sind die Veranstaltenden voller Tatendrang: Nebst den ausgestellten Porträt-, Architektur- und Landschaftsfotografien können über das Auffahrtswochenende Workshops und Vorträge besucht und audiovisuelle Produktionen erlebt werden. Auch thematisch setzt die Photo Münsingen gleich mehrere Schwerpunkte.

Fünf Fotografen und eine zehn­köpfige Gruppe nehmen verschiedene Sportarten in den Blick. 50 Fotoklubs aus der Schweiz, Deutschland und Frankreich wetteifern um den «Photo Münsingen Award» zum Thema «Abstrakt». Der Fotoclub Münsingen, der die Photo Münsingen ins Leben rief, stellt mit den Klubs Riedisheim und Kirchzarten Bilder zum Thema «Transparenz» aus. Der Dachverband von Fotointeressierten aus der Schweiz, «Photosuisse», zeigt in Münsingen die besten und prämierten Bilder aus dem Jahreswettbewerb. Auch die Preisverleihung der «Schweizermeisterschaft der Fotografie» von Photosuisse findet im Rahmen der Photo Münsingen statt.

Unikate mit Überraschungseffekt

Dass der Klubfotografie viel Raum im Programm geboten wird, kommt nicht von ungefähr. Schliesslich stammt die Idee einer alljährlichen Veranstaltung von Mitgliedern des Fotoclubs Münsingen, die sie im Jahr 2000 zum ersten Mal in die Tat umsetzten. «Wir wollten einen Treffpunkt schaffen», sagt Markus Brönnimann, der die Anfänge der Photo Münsingen miterlebt und -gestaltet hat. Heute ist er nicht mehr an der Organisation beteiligt, zeigt aber an der diesjährigen Ausstellung eine Fotoserie mit dem Namen «Refracted Light». «Ich habe immer gerne experimentiert, sei es mit Seifenblasen, Rauch oder eben mit Licht.» Um sogenannte Refraktografien festzuhalten, stellt der Hobbyfotograf eine Taschenlampe auf ein Stativ. Er deckt die Lichtquelle bis auf ein kleines Loch ab und stellt seine Kamera gegen­über auf. «Dann positioniere ich ein transparentes Objekt dazwischen, ein Weinglas zum Beispiel. Das gebrochene Licht erzeugt wunderschöne Figuren auf dem Sensor der Kamera.» Er bewege das Glas so lange, bis ihm die Form des gebrochenen Lichts gefalle, dann drücke er ab. Während der Langzeitbelichtung von einer halben Minute halte er auch mal farbige Folien zwischen Glas und Kamera. Was dabei herauskomme, sehe er erst auf der fertigen Fotografie. So entstünden farbige Unikate: «Die Bilder lassen sich nicht reproduzieren. Die Neigung des Lichtstrahls, die Position des Glases – zu vieles hängt vom Zufall ab», sagt der Konolfinger.

Versinken im Smoothie-Mixer

Gleich mehrere Ausstellungen sind Sportfotografen gewidmet. Da ist etwa Martin Bissig, der Biker im Himalaya begleitet und festhält, wie sie durchs Gebirge reisen, mal fahrend, mal mit dem Gefährt auf den Schultern, mit dem Ziel, den zweithöchsten Berg der Welt aus der Nähe zu sehen. Als Outdoor-Fotograf sieht er sich regelmässig mit Herausforderungen konfrontiert: Höhe, Wetter, Material, Sicherheit und die beteiligten Menschen machen die Expeditionen unberechen­bar. Im Füürwehrhus erzählt er unter dem Titel «Extrem unterwegs» Anekdoten von seinen Reisen und erzählt auch, wie man bei minus 25 Grad im Winter im Himalaya fotografiert oder was es bedeutet, eine Kamera auf 6740 Meter über Meer auf einem Vulkan in Chile zu bedienen.

Hans Hofmann dagegen musste weniger weit reisen, um die Protagonist*innen seiner Bilder zu finden: Sie zeigten sich ihm in höchster Konzentration auf den Hornuss-Wiesen dieses Landes.

Auch die Porträtserie «Je te regarde et tu dis» von Thomas Kern empfiehlt sich. Die Fotos sind intim, sie zeigen die abgelichteten Freiburger*innen häufig in privater Umgebung. Die Blicke der Porträtierten, ein Koffer im Raum oder ein Smoothie-Mixer im Hintergrund laden zum genauen Betrachten bis hin zum Versinken ein.

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