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Schallwellen, die sich wie Wellen verbreiten – das beschäftigt Christian Zehnder.© Christian Zehnder
Alpines Museum, Bern

360 Grad Ton

In Zusammenarbeit mit dem Musiker Christian Zehnder hat das Alpine Museum eine Hör-Ausstellung geschaffen. «Echo. Der Berg ruft zurück» beinhaltet Klänge, Aufnahmen, Kulturgeschichtliches und lädt zu Exkursionen. Was ist das? Es kommt von allen Seiten, kann sich vielleicht achtmal aufteilen, ist der Name einer Nymphe, wird von Fledermäusen und Wal­fischen genutzt, kommt aber am meisten in den Bergen vor. Verhalten tut es sich wie Ringe auf der Wasseroberfläche und ein Bumerang? – Das Echo.

Jutz-Punkte vermerken

Der Zürcher Musiker, Obertonsänger und Stimmkünstler Christian Zehnder hat 2015 die erste Schweizer Echosammlung eröffnet und öffentlich zugänglich gemacht. Das interaktive Kulturprojekt EchoTopos ist eine App, auf der jutzfreudige Wanderinnen und Wanderer ihre Jutz-Punkte eintragen können und die Akustik dieses bestimmten Echo-Ortes beschreiben können. Zehnder, der selbst auch viel klettert und auf Bergtouren geht, erkundet vorzu einige dieser Orte und nimmt dort Echos auf. Das tut er mit Hilfe eines hochsensiblen Kunstkopf-Mikrofons, das im Radius von 360 Grad Töne aufnimmt. Denn Echos aufzuzeichnen, ist ziemlich komplex, wie Zehnder in einem Interview mit «SRF» betonte: Ein Echo wandere, teile sich auf, werde gestört, komme von hinten und habe eine bis zu fünf Mal höhere Dynamik bei der Aufnahme als ein gesamtes Sinfonie­orchester.

Stadt-Echos

Das Alpine Museum nimmt sich diesem für die Berge so typischen Phänomen an, das auch sehr wichtig in der Kulturgeschichte der alpinen Kommunikation war: und zwar mit einer Hör-Ausstellung im Biwak-Raum. In Zusammenarbeit mit Zehnder wurde «Echo. Der Berg ruft zurück» erarbeitet. Neben Hörerlebnissen bietet die Ausstellung etwa auch ein Jodelspaziergang durch Bern, Echo-Exkursionen ins Rosenlaui oder das Erzeugen von Weckrufen unter der Lorrainebrücke, die bis zu sieben Echos hergibt. Das Naturhistorische Museum Bern steuert zudem weiteres Fachwissen zum Thema «Wie sich Mensch und Tier das Echo zunutze machen» bei. An der Finissage erkundet schliesslich der Berner Schlagzeuger Julian Sartorius die eigenartige und vielgestaltige Klangwelt des Bremgartentunnels.

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