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Brigitte Lustenbergers Blumenbild ist ein Beitrag im Kunstkalender «3x12».© Brigitte Lustenberger
Galerie da Mihi, Bern

36 Konter gegen den Stillstand

Innert kürzester Zeit haben die Berner Künstlerin Salomé Bäumlin und die Biologin und Autorin Franziska Witschi den Kunstkalender «3 × 12» geschaffen. Darin ist jeden Monat je ein Werk aus den Sparten bildende Kunst, Literatur und Musik von 36 lokalen Kunstschaffenden zu entdecken.

Als im Herbst die neuen Corona-Massnahmen eingeführt wurden, und klar wurde, dass die Kultur erneut dafür sorgen musste, dass sich diese Pandemie nicht weiter ausbreitet, trafen sich die Künstlerin Salomé Bäumlin und die Autorin und Biologin Franziska Witschi zufällig. Als Berner Kunstschaffende haben sie sich schon vorher für die Arbeit der jeweils anderen interessiert. Sie beschlossen, etwas auf die Beine zu stellen; Anlässe im intimen Rahmen, an denen Kunstschaffende ihre Arbeit vorstellen können, das war die ursprüngliche Idee. «Wir wollten zeigen, dass wir Kunstschaffende Teil von allen sind und eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe haben. Oft wissen die Leute gar nicht so genau, was wir eigentlich machen», sagt Bäumlin. Doch es blieb bei der Idee. Die aktuellen Umstände sprachen gegen solche Anlässe, nicht zuletzt, weil Bäumlin in Quarantäne muss. 

Beim Zeichnen zu Hause kam Bäumlin die Idee, wie ihr gemeinsames Projekt in anderer Form stattfinden könnte. Es sollte etwas Haptisches sein, für einmal nicht digital oder ein Stream, etwas, das die Arbeit der hiesigen Kulturschaffenden zeigt: Ein Kunstkalender. In Zusammenarbeit mit der Berner Grafikerin Pedä Siegrist ist nun der Kalender «3 × 12» für das Jahr 2021 entstanden. Für jeden Monat gibt es je ein Werk aus den Sparten bildende Kunst, Literatur und Musik von insgesamt 36 lokalen Kunstschaffenden.

Blumenbild und Billettpoesie

«Bei der Auswahl der Kunstschaffenden, die etwas für den Kalender beitragen würden, war uns das Gleichgewicht der Geschlechter wichtig», sagt Bäumlin. Der Kalender sollte aber auch ganz unterschiedliche Kunst zeigen. Bekanntere und weniger bekannte, jüngere und ältere und Künstlerinnen und Künstler aus verschiedenen Sparten seien vertreten. So gibt es etwa in der Sparte Musik – die im Kalender über einen QR-Code abrufbar ist – die Opernsängerin Judith Lüpold, den Psychobilly-Trash-Musiker
Reverend Beat-Man oder die Theremin-Spielerin Fhunyue Gao zu hören. Die 36 Beiträge, von denen einige bereits veröffentlicht und andere neu gemacht wurden, sind so unterschiedlich wie ihre Schafferinnen und Schaffer und reichen von einem Blumenbild von Brigitte Lustenberger bis hin zum Gedicht über einen Billettkontrolleur von Balts Nill.

Innert fünf Tagen kontaktierten Bäumlin und Witschi andere Kunstschaffende aus der Region und sammelten Beiträge für den Kalender. «Kultur ist unser Beruf, deshalb hat der Kalender auch seinen Preis», sagt Bäumlin. Der Erlös wird unter allen beteiligten Künstlerinnen und Künstlern aufgeteilt.

 

Zu kaufen im Chinderbuechlade, Kulturbüro Bern und in der Buchhandlung zum Zytglogge (Preis: 120.- Franken) Oder online: www.3x12.ch

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